Der Nordweg/Küstenweg/Ursprünglicher Weg (Camino Primitivo)
als Familien-Jakobsweg

 

Das dritte Teilstück mit ca. 320 km von Oviedo (Asturias) bis Santiago de Compostela (Galicia).

Für den dritten und letzten Abschnitt wollte ich mir einen Traum erfüllen: mit fast der ganzen Familie zu pilgern. Zusammen mit meinem Sohn Michael, Schwiegersohn Rainer und den Enkeln Luis jr. (20 Jahre), Gabriel (12 Jahre) und Carla (10 Jahre) ging es von Oviedo (meine Geburtsstadt) über den „Camino Primitivo“ („Ursprünglicher Weg“ aus dem 9. Jh.) nach Santiago de Compostela. Diese drei Abschnitte (2018/2021/2022) zusammen bildeten meinen 7. Jakobsweg. Es war eine unbeschreibliche Erfahrung für alle. Wir haben diesen letzten Abschnitt in 18 Etappen, mit einer Tagesleistung von knapp 18 km, absolviert.

Ein großes Dankeschön und ehrliche Anerkennung an meine fünf Familien-Mitpilger. Sie haben problemlos die Strapazen des Jakobsweges geschafft. Sie haben nie geklagt oder gemeckert. Ich habe sogar das Gefühl gehabt, dass sie immer besser dran waren als ich.

Ich empfehle, sich die hierzu passenden Bildern in der Fotogalerie anzuschauen.

Dieser sogenannte „Camino Primitivo“ ist eigentlich der älteste aller Pilgerwege nach Santiago de Compostela. Dazu eine kurze Erklärung:

Der Apostel Jakobus der Ältere, in Spanien Santiago genannt, wurde im Jahre 43 durch ein Herodes-Dekret in Palästina geköpft. Der Legende nach, wurde er von zwei seiner treuen Schüler, Theodorus und Athanasius, mit einem Fischerboot nach Galizien gebracht, wo er schon Jahre zuvor Missionsarbeit geleistet hatte. Sein Grab geriet in Vergessenheit. Im Jahre 812 wurde es von dem Einsiedler Pelagius wiederentdeckt. Der asturianische König Alfonso II. der Keusche, ein Zeitgenosse Karls des Großen, hörte davon, ging sofort zum Grab und ließ eine kleine Kirche zu Ehren des Apostels bauen. Das war der Beginn der Pilgerungen nach Santiago de Compostela.

Er, der König, stellte unmittelbar danach die Verbindung zu Karl dem Großen her und propagierte durch ganz Europa die Entdeckung des Jakobusgrabes. Zu Beginn des 9. Jh. entstand mit dem Apostel Jakobus eine Heiligenfigur, die zum Symbol der Reconquista (Wiedereroberung) wurde. Hoch zu Pferd, als Matamoros (Maurentöter) dargestellt, war die Wiedereroberung Spaniens von den Arabern, ohne den Apostel Jakobus nicht mehr vorstellbar. 

Sehr schnell begann die Pilgerung nach Santiago de Compostela. Die Mönche von Cluny in Burgund fingen an, Pilgerungen nach Santiago zu organisieren.