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Der Küsten- oder Nordweg

 

Für mich ist der „Nordweg/Küstenweg“ von Hendaye/Irún bis Oviedo zusammen mit dem „Ursprünglichen Weg“ („Camino Primitivo“) von Oviedo bis nach Santiago de Compostela der erste Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus.

Es gibt in meinen Augen mehrere Hinweise bzw. Beweise dafür:

  • Bei der Wiederentdeckung des Apostelgrabes in Santiago de Compostela um das Jahr 812 wurde der damalige asturianische König Alfonso II der Keusche (El Casto) umgehend informiert, ging sofort dorthin und ließ die erste Kapelle über dem Grab bauen. Alfonso II war Zeitgenosse von Karl dem Großen und stand mit ihm in Verbindung. Diese Nachricht wurde von Asturien aus propagiert und sehr schnell in Mitteleuropa verbreitet. Die Wallfahrt nach Santiago de Compostela begann.
  • Im gesamten 9. Jh. bis hin zum 11. Jh. war der heute bekannte, sogenannte „Camino Francés“, der über Navarra, Palencia und Kastilien geht, weitestgehend in der Hand der maurischen Invasoren und somit nicht immer zugänglich für Pilger, zumindest nicht, ohne Leben oder Freiheit aufs Spiel zu setzen. Bedenken wir z. B., dass zu dieser Zeit wichtige arabische Heeresführer wie Abd-El-Rahman III. (891-961) oder Almansor (938-1002), im Namen des Kalifats von Córdoba, die christliche Welt in Angst und Schrecken versetzten.
  • Der Pilgerweg entlang der Küste bzw. über Asturien war gefahrlos für die Pilger, er war sozusagen „maurenfrei“.

Der "Küstenweg" samt "ursprünglichem Weg" nimmt aktuell sehr an Bedeutung zu. Zum einen ist dieser Pilgerweg zwischen Meer (Atlantik) und den Bergen (Picos de Europa) wunderschön und zum anderen fühlt man sich hier noch als Pilger, da der Andrang gering ist und die Kommerzialisierung des Weges noch keine Rolle spielt.

Über den "Küstenweg" habe ich meinen zweiten Bildband "Der grüne Jakobsweg" als e-Book veröffentlicht. Siehe "Die eigenen Bücher".

 

© J. Luis Alvarez: Der Jakobsweg